Darmkrebsvorsorge: Wer muss wann zur Kontrolluntersuchung?

“In den meisten Fällen liefert die Vorsorge-Darmspiegelung einen eindeutigen Befund und die Sicherheit, mit hoher Wahrscheinlichkeit in den nächsten zehn Jahren nicht an einem Darmkrebs zu erkranken. Dann ist vor der nächsten regulären Vorsorge-Untersuchung in zehn Jahren eine erneute Untersuchung nur bei Beschwerden”, erklärt Prof. Dr. Leopold Ludwig vom Vorstand des Berufsverbandes der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte (bng).Logo Magen-Darm-Ärzte

Anders sieht es aus, wenn Polypen oder Adenome gefunden werden. Dann sind in Absprache mit dem untersuchenden Magen-Darm-Arzt vorzeitige Kontrollen angezeigt. Eine Anfang des Jahres vorgelegte Studie weist darauf hin, dass es in diesem Zusammenhang die Möglichkeit einer Unter- und Überversorgung besteht. Insbesondere würden Patienten mit Darmkrebsvorstufen oft nicht leitliniengerecht nachverfolgt, was das Risiko, nach einer ersten Vorsorgeuntersuchung dennoch an Darmkrebs zu erkranken, ansteigen lässt.

“Nicht begründete, überflüssige Kontrollen sind zwar medizinisch unbedenklich, binden jedoch unnötig Untersuchungskapazitäten und verursachen unnötige Kosten”, erläutert Prof. Ludwig. Anders verhält es sich aber, wenn ein familiäres Darmkrebsrisiko vor liegt. Dann sind häufigere Kontrollen nötig. Natürlich sollten sich Menschen auch einer Darmspiegelung unterziehen, wenn darmbezogene Beschwerden bestehen und die Ursachen dafür unbekannt sind.

“Der Berufsverband hat gemeinsam mit anderen Interessenvertretern bereits mehrfach angemahnt, dass im Interesse der Patientensicherheit und der Steuerung der Leistungserbringung solide Versorgungsdaten in einem nationalen Koloskopie-Register erfasst werden sollten”, erinnert der ehemalige bng-Vorsitzende Dr. Dietrich Hüppe. “Auf einer solchen Grundlage könnten Ärzte und Krankenkassen dann gemeinsam qualitätssichernde Maßnahmen initiieren. Denkbar sind unter anderem digitale oder schriftliche Recall-Systeme für Risikopatienten.”

www.magen-darm-aerzte.de

Verbesserung unserer telefonischen Erreichbarkeit: Nora – die digitale Assistenz

Liebe Patientinnen und Patienten,

damit Sie uns künftig besser telefonisch erreichen können, haben wir unser Team um eine digitale Telefonassistenz verstärkt, die während der Sprechstunden aktiv geschaltet ist. Das bedeutet ganz konkret: Sobald unsere Mitarbeiterinnen mit Patient/innen am Telefon oder in der Praxis beschäftigt sind, soll eine smarte Sprachassistenz das Telefonat übernehmen.

Und so einfach funktioniert es:

1 – Unter unserer Praxisnummer anrufen: (02323) 946 220
Die smarte Telefonassistenz nimmt Ihren Anruf an, wenn unser Praxisteam gerade am Telefon oder in der Praxis mit Patient/innen beschäftigt ist. So müssen Sie nicht unnötig lange warten oder mehrmals probieren, uns zu erreichen.

2 – Anliegen angeben: „Termin“ oder „Rezept“ oder „Nachricht“

Nennen Sie zu Beginn des Gesprächs ganz kurz den Grund Ihres Anrufes: Terminanfrage oder Ausstellung eines Rezeptes oder sonstige Nachrichten (z.B. Terminabsage oder -änderung, Befundabfrage, etc.).

3 – Abgefragte Details hinterlassen

Bitte sprechend Sie langsam und deutlich, wenn von der Assistenz nach Details zu Ihrem Anliegen sowie Ihren Daten (Name, Geburtstag, Krankenversicherung, Telefonnummer) gefragt wird. So können die Daten korrekt notiert werden und wir uns per Rückruf oder SMS bei Ihnen entsprechend melden.

Wichtig: Ohne Nennung von Name und Anliegen ist für uns keine Rückmeldung möglich!

Herzlichen Dank,

Ihr Praxis-Team

Ärztefortbildung: 8. Viszeralmedizin-Symposium

Am Mittwoch, den 18. Mai 2022 findet im EvK Herne zwischen 17:00 und 20:00 Uhr das 8. Viszeralmedizin-Symposium unter dem Motto „Vorsorgestrategien in der Viszeralmedizin“ statt.

Programm:

  • Endoskopische Überwachungsstrategien beim Barrett-Ösophagus
    J. Verbeek
  • Volkskrankheit NASH: aktuelle Überwachungskonzepte
    M. v.d. Ohe
  • Bariatrische Chirurgie bei morbider Adipositas, metabolischen Syndrom und Fettleberhepatitis:
    zu selten, zu spät?
    C.Demtröder
  • Aktualisierte Übersicht der Maßnahmen zur Darmkrebsvorsorge
    M. Sandmann
  • Stellenwert der Chirurgie bei individuell und familiär erhöhtem Darmkrebsrisiko
    R. Schmidt
  • Diskussion und Verabschiedung
    M. Kemen

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Einladung via App – Darmkrebs-Vorsorge leicht gemacht

Logo Magen-Darm-Ärzte“Was hilft ein gutes Vorsorge-Angebot, wenn es kaum jemand wahrnimmt?”, fragt Dr. Petra Jessen, die Sprecherin der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte. “Alles, was wir bisher versucht haben, um die Menschen vom Screening-Programm der Krankenkassen zu überzeugen, hat leider noch zu wenig bewirkt. Umso mehr freut uns, dass die Barmer jetzt einen Beispiel gebenden innovativen Weg eingeschlagen hat, um ihre Versicherten auf überzeugende Weise direkt anzusprechen.”

Obwohl die Vorsorge Darmkrebs in sehr vielen Fällen verhindert oder zumindest in einem heilbaren Stadium entdeckt, nehmen in Deutschland nur knapp 20 Prozent der anspruchsberechtigten Frauen und Männer am Screening-Programm teil. Offenbar haben die vielen aufwändigen Aufklärungskampagnen große Bevölkerungsgruppen überhaupt nicht erreicht.

“Ein erster wichtiger Schritt zur Verbesserung der Situation war die Einführung des Einladungsverfahrens im Sommer vergangenen Jahres”, berichtet Dr. Jessen. “Das hat sicher dazu beigetragen, dass die Vorsorge-Nachfrage unter Corona-Bedingungen nicht eingebrochen ist, sondern auf Niveau gehalten werden konnte. Ein durchschlagender Effekt zur Erhöhung der Teilnahmequote ist aber ausgeblieben, weil die bisher verschickten Einladungsbriefe viel zu kompliziert sind und eher abschrecken als motivieren.”

Was wirklich benötigt wird, so die wiederholte Forderung der Magen-Darm-Ärzte, ist eine Ansprache, die die Menschen direkt erreicht, sie dort abholt, wo sie im Leben stehen, und ihnen ein niederschwelligen Zugang aufzeigt. Die Barmer hat dies jetzt digital umgesetzt. Sie lädt Anspruchsberechtigte ein, einen Stuhltest für zu Hause anzufordern. Dieses erfolgt auch via der Barmer-APP über das Smartphone. Der Test wird dann kostenlos zur Auswertung verschickt.

“Besonders freut uns, dass die Barmer ihre Versicherten bereits im Alter ab 40 Jahren anspricht”, betont Dr. Jessen. “Damit geht sie über die gesetzlichen Vorgaben hinaus, trägt dem Stand der medizinischen Kenntnisse Rechnung und bezieht von vornherein wichtige Risikogruppen mit ein.”

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Darmspiegelung: Bringt Licht ins Dunkel

Olympus Medical Deutschland erklärt euch kinderleicht– unterstützt von Ingo Zamperoni – wie eine Darmspiegelung abläuft und wieso die so wichtig ist. Was trinkt Papa da, warum flitzt er plötzlich zur Toilette und was für einen komischen Schlauch hat der Arzt dort? Keine Angst – das ist alles halb so wild.

Darmspiegelung: Bringt Licht ins Dunkel
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154. Sitzung des Gastroenterologischen Arbeitskreises

Am Montag, 21. März 2022, 20 Uhr, findet die 154. Sitzung des Gastroenterologischen Arbeitskreises Herne im EvK Herne, Wiescherstraße 24, 44623 Herne, statt.
Folgende Beiträge sind bisher eingegangen:

  • Künstliche Intelligenz in der Gastroenterologie – Möglichkeiten und Nutzen
    W. Nolte
  • Stellenwert der Chemotherapie in der Behandlung des Pankreaskarzinoms
    Prof. Dirk Behringer, Bochum
  • Kasuistik: Überraschende Ursache einer Leberzirrhose
    M. v.d.Ohe

Wir freuen uns über eine zahlreiche Teilnahme nach der COVID-19-bedingten Zwangspause des Qualitätszirkels als Präsenzveranstaltung! Alle gesetzlichen Vorgaben zum Mindestabstand für Veranstaltungen in Innenräumen werden eingehalten!

Der Deal deines Lebens

Darmkrebsmonat März: Felix Burda Stiftung singt in neuer Kampagne vom besten Angebot für die Gesundheit – die Darmkrebsvorsorge.

Der #DealDeinesLebens ist ein Darm-Check.
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Magen-Darm-Ärzte in der Pandemie: Trotz hoher Risiken standgehalten

Mit ihrer überwiegend körpernahen Tätigkeit waren Magen-Darm-Ärzte und ihre medizinischen Fachangestellten von Anbeginn der Covid-Pandemie hohen Erkrankungsrisiken ausgesetzt. Zugleich sahen sie sich in der Pflicht, die Versorgung ihrer oft chronisch erkrankten Patienten aufrechtzuerhalten sowie ihrer Verantwortung in der Darmkrebs-Vorsorge gerecht zu werden.Logo Magen-Darm-Ärzte

Die Verbreitung von Corona-Viren erfolgt vor allem über Aerosole und Tröpfchen. Sie sind darüber hinaus auch im Stuhl nachgewiesen worden. Endoskopische Untersuchungen wie eine Magen- oder Darmspiegelungen sind folglich potenziell mit einer erhöhten Infektionsgefahr verbunden.

Die Fachgesellschaften der Magen-Darm-Ärzte haben auf diese Situation schon ganz früh auf internationaler Ebene reagiert und Empfehlungen für Maßnahmen erarbeitet, die auch unter Pandemie-Bedingungen einen sicheren Praxisbetrieb ermöglicht haben. “Während sich Kliniken genötigt sahen, Endoskopien in großem Maßstab abzusagen, konnte die ambulante Patientenversorgung in Deutschland aufgrund der raschen Umsetzung dieser Maßnahmen mit einer nur sehr kurzfristigen Unterbrechung flächendeckend und durchgängig gewährleistet werden”, erklärt Dr. Albert Beyer vom Berufsverband der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte (bng).

Im Verlauf der Pandemie zeichnete sich dabei ab, dass die Testung von Patienten im Vorfeld von endoskopischen Untersuchungen für die Praxen sehr schlecht umzusetzen war. “Es mangelte an allen Ecken: geringe Verfügbarkeit von PCR-Tests, Testlogistik und Laborkapazitäten, zu kurze Zeitkarenz bis zur Untersuchung”, so Dr. Beyer. Eine Impfung von Patienten war zwar sehr wünschenswert, konnte aber nicht gefordert werden.

“Die Praxen haben deshalb einen hohen Aufwand betrieben und viel Zeit und eigenes Geld in Hygiene- und Schutzmaßnahmen investiert”, erläutert der Verbandsvorsitzende. “Letztlich hat sich dies für unsere Patienten und unsere Mitarbeiterinnen ausgezahlt. Unser Praxispersonal war gegenüber der Normalbevölkerung nicht überdurchschnittlich häufig infiziert. Im Falle stattgehabter Infektionen des Personals wurden diese meist im privaten Bereich akquiriert. Die Magen-Darm-Ärzte haben die so wichtige Prävention und Versorgung ihrer Patienten auch in schwierigen Zeiten aufrecht erhalten.”

Chronisch entzündliche Darmerkrankung: Kein Grund nicht zu impfen!

Logo Magen-Darm-ÄrzteBedenken von Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED), die Corona-Impfung könne einen akuten Krankheitsschub auslösen, werden durch aktuelle Untersuchungen nicht bestätigt. “Es bsteht kein Zweifel, dass auch diese Patienten von der Impfung profitieren und im Fall der Infektion, ebenso wie andere Menschen, vor schweren Verläufen geschützt sind”, sagt der Darmexperte der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte, Dr. Ulrich Tappe.

Am Anfang der Pandemie war die Verunsicherung bei Ärzten und Patienten sowohl im Hinblick auf eine besondere Anfälligkeit als auch in Bezug auf die Verträglichkeit einer Impfung groß. Schnell war klar, dass eine immunsupressive Therapie unter Berücksichtigung individueller Umstände weitergeführt werden kann. Sehr bald nach der Einführung der Impfstoffe konnten die Magen-Darm-Ärzte ihren CED-Patienten auch für sie geeignete Impfungen anbieten. Dennoch blieben oft Sorgen, ob die Impfung den Krankheitsverlauf negativ beeinflusst.

Eine jetzt veröffentlichte Studie hat keinerlei Anhaltspunkte dafür ergeben, dass vermehrte Krankheitsschübe auftreten. Die Patienten haben weder von zusätzlichen oder verstärkten Beschwerden berichtet noch sind sie häufiger als geplant in die Praxis gekommen. “Es gibt auch für CED-Patienten keinen Grund, bei der Impfung gegen Corona zu zögern”, betont Dr. Tappe.

Die Behandlung von akuten und chronischen Darmentzündungen gehört zum Therapiespektrum der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte. Der Berufsverband (bng) hat ein Qualitätssiegel für spezialisierte Fachärzte entwickelt, die sich intensiv um CED-Patienten kümmern. Zertifizierte CED Schwerpunktpraxen in Wohnortnähe werden über die Arztsuche auf dem Webportal www.magen-darm-aerzte.de gelistet.

 

Hepatits C – Der lange Weg zur Ausrottung

“Vom WHO-Ziel einer Aussrottung der Hepatitis C bis 2030 sind wir in Deutschland noch weit entfernt”, sagt der Leber-Experte der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte, Prof. Dr. Wolf Peter Hofmann. “Aber mit der Einführung des Scrennings im Rahmen des Leber-Check-Ups und neuen Regeln für den Therapieeinstieg sind wir auf einem guten Weg.”Logo Magen-Darm-Ärzte

Aktuelle Prognosen konstatieren, dass von 45 untersuchten Industriestaaten nur jeder 5. Staat realistische Aussichten hat, das Ziel der HCV-Elimination bis 2030 tatsächlich zu erreichen. Deutschland gehört, so wie es aussieht, nicht dazu. Deshalb kommt es jetzt darauf an, die inzwischen auf den Weg gebrachten, strategisch wichtigen Maßnahmen mit Nachdruck umzusetzen, fordert Prof. Hofmann.

Entscheidend für den Sieg über die Viruserkrankung ist es, Infizierte früh zu erkennen und einer geeigneten Heilbehandlung zuzuführen. Dafür hat es in Deutschland in jüngster Zeit zwei entscheidende Weichenstellungen gegeben. Seit Oktober 2021 ist der serologische Antikörpertest auf Hepatitis C als Teil der Vorsorgeuntersuchung ab 35 Jahren möglich (Check-Up 35). Bei positiver Testung erfolgt eine weitergehende Bestimmung der HCV-RNA. Darüber hinaus ist die bisher vorgeschriebene Wartezeit von sechs Monaten vor einem Therapiestart zugunsten einer neuen Klinischen Definition der chronischen Hepatitis C vereinfacht worden, die unter festgelegten Bedingungen bei positivem RNA-Nachweis individuell einen schnelleren Therapieeinstieg erlaubt.

“Das ist ein großer Durchbruch, den die deutschen Hepatologen nach vielen Anstrengungen endlich durchsetzen konnten”, erklärt Prof. Hofmann. “Für die Erreichung des WHO-Ziels kommt es jetzt darauf an, konsequent vor allem in den Risikogruppen nach unbekannten Infektionen zu suchen und den Betroffenen schnell Therapien zu vermitteln.”

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